Woran erkenne ich die Asiatische Tigermücke?
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine kleine Stechmücke, die ursprünglich aus Südostasien stammt. Sie fällt durch ihre kontrastreiche Zeichnung auf. Zu den typischen Merkmalen zählen:
- ein schwarzer Körper mit weißen Streifen,
- weiß gebänderte Beine,
- ein heller Längsstrich auf dem Rücken.
Die Art ist überwiegend tagaktiv. Das unterscheidet sie von vielen heimischen Stechmücken, die vor allem in der Dämmerung und nachts stechen. Wer tagsüber auf Balkon oder Terrasse gestochen wird, kann daher auf die Tigermücke stoßen. Sicher bestimmen lässt sich die Art aber nur durch Fachleute. Eine vermeintliche Tigermücke ist oft eine andere, harmlose Art. Ein kurzer Begriffseintrag steht im Glossar zur Tigermücke.
Wo kommt die Tigermücke in Deutschland vor?
Die Art wurde über den internationalen Handel und den Reiseverkehr in viele Länder verschleppt. In Südeuropa ist sie seit Jahren verbreitet. In Deutschland tritt sie vor allem in wärmebegünstigten Regionen auf, etwa im Süden und Südwesten sowie in einzelnen Städten. Ihre Eier können nach Angaben der Fachbehörden die kalte Jahreszeit überdauern. Dadurch kann sich die Art an geeigneten Orten dauerhaft halten.
Wie weit die Tigermücke verbreitet ist, ändert sich von Jahr zu Jahr. Verlässliche und aktuelle Angaben finden Sie beim Umweltbundesamt, beim Mückenatlas und beim örtlichen Gesundheitsamt. Viele Kommunen informieren zusätzlich auf ihren eigenen Seiten über Funde.
Wo vermehrt sich die Tigermücke?
Die Tigermücke braucht keinen Teich. Ihr genügen sehr kleine Wasseransammlungen. Dort legt das Weibchen Eier ab, aus denen Larven schlüpfen. Typische Brutstätten rund ums Haus sind:
- Regentonnen und Wasserfässer ohne dichten Deckel,
- Gießkannen, Eimer und Planschbecken,
- Untersetzer von Blumentöpfen,
- Vogeltränken und Zierbrunnen ohne Umwälzung,
- verstopfte Regenrinnen und Gullys,
- alte Reifen und Folienmulden.
Was kann ich konkret tun?
Die wichtigste Maßnahme ist, den Larven das Wasser zu entziehen. Die Entwicklung vom Ei zur fertigen Mücke kann bei Wärme sehr schnell gehen, teils in nur etwa einer Woche. Deshalb gilt ein einfacher Rhythmus: Kontrollieren Sie Wasserstellen im Sommer mindestens einmal pro Woche.
- Leeren Sie Untersetzer, Eimer und Gießkannen und drehen Sie diese um.
- Decken Sie Regentonnen dicht ab oder verschließen Sie sie mit einem engmaschigen Netz.
- Reinigen Sie Regenrinnen, damit kein Wasser stehen bleibt.
- Wechseln Sie das Wasser in Vogeltränken regelmäßig und bürsten Sie die Ränder ab, denn dort haften Eier.
- Füllen Sie Mulden und Vertiefungen im Garten auf oder lassen Sie sie abfließen.
Mit diesen Schritten verhindern Sie nicht nur Tigermücken. Sie nehmen auch heimischen Stechmücken Brutplätze. Das wirkt im ganzen Wohnumfeld, wenn Nachbarn mitmachen.
Wie melde ich eine verdächtige Mücke?
Der Mückenatlas ist ein Bürgerwissenschaftsprojekt. Getragen wird er vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). Die Forschenden erfassen so, welche Stechmückenarten wo vorkommen. Die Teilnahme läuft in der Regel so ab:
- Mücke sichern: Fangen Sie das Tier möglichst unversehrt. Auch bereits tote Mücken können eingesendet werden, sofern sie noch gut erhalten sind.
- Fundort notieren: Halten Sie Ort, Datum und die Umstände des Fundes fest.
- Einsendeformular nutzen: Das Formular und die aktuellen Hinweise zur Verpackung finden Sie auf der Website des Mückenatlas.
- Behörde informieren: Bei einem wahrscheinlichen Fund lohnt ein Hinweis an das örtliche Gesundheitsamt oder die Stadtverwaltung.
Beachten Sie bitte die jeweils gültigen Einsendehinweise des Projekts. Sie können sich ändern.
Zur Gesundheit: Die Tigermücke kann grundsätzlich Krankheitserreger übertragen. Wie hoch das Risiko in Deutschland ist, beurteilen Gesundheitsbehörden. Fragen zu Beschwerden nach Stichen beantwortet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Dieser Beitrag ersetzt keine medizinische Beratung.
Wie schütze ich mich in Wohnung und Haus?
Da die Tigermücke tagsüber aktiv ist, reicht Abdunkeln und nächtliches Lüften nicht aus. Im Freien helfen lange, helle Kleidung und geeignete Mückenschutzmittel. In den Innenräumen ist der mechanische Schutz die verlässlichste Lösung: Er hält Mücken vom Fenster fern, ohne dass Sie Wirkstoffe in der Raumluft einsetzen müssen.
Ein Fliegengitter am Fenster verhindert, dass Stechmücken tagsüber und nachts ins Zimmer gelangen, während Sie weiter lüften. Welche Bauarten es gibt, erklärt der Überblick zu Fliegengittern für das Fenster. Prüfen Sie nach der Montage, dass das Gitter rundum dicht abschließt. Mücken nutzen schon schmale Spalten. Wie Sie Ihr Fenster richtig vermessen, steht im Ratgeber Fliegengitter ausmessen.
Fensterbereiche sind nur ein Teil des Hauses. Auch Balkon- und Terrassentüren, Lichtschächte und Dachfenster sind mögliche Eintrittswege. Gehen Sie das Haus einmal systematisch durch und notieren Sie, welche Öffnungen im Sommer regelmäßig offen stehen.
Woran unterscheide ich sie von heimischen Mücken?
Viele Menschen halten jede gestreifte Mücke für eine Tigermücke. Das führt zu Fehlalarmen. Hilfreich sind drei Fragen:
- Wann sticht sie? Wer morgens oder nachmittags im Freien gestochen wird, hat eher einen Hinweis als bei Stichen im Schlafzimmer in der Nacht.
- Wie sieht sie aus? Gemeint sind der schwarze Körper, die weißen Bänder an den Beinen und der helle Strich auf dem Rücken. Einzelne dieser Merkmale finden sich auch bei anderen Arten.
- Wo tritt sie auf? Ein einzelnes Tier ist kein Beweis für eine feste Population. Erst mehrere Funde am selben Ort sind aussagekräftig.
Fotos allein reichen für eine sichere Bestimmung meist nicht aus. Deshalb bittet der Mückenatlas darum, Tiere einzusenden. Dort bestimmen Fachleute die Art und tragen den Fund in die Karte ein.
Welche Fehler passieren beim Vorbeugen häufig?
Gut gemeint ist nicht immer wirksam. Typische Stolperfallen:
- Die Regentonne ist abgedeckt, aber die Gießkanne daneben steht offen im Regen.
- Untersetzer werden im Urlaub nicht geleert. Schon eine Woche Abwesenheit reicht für eine Generation.
- Das Wasser im Vogelbad wird aufgefüllt, aber nicht gewechselt.
- Die Dachrinne bleibt verstopft, weil sie schwer erreichbar ist.
- Der Nachbar wird nicht einbezogen, obwohl Mücken problemlos zwischen den Grundstücken fliegen.
Sprechen Sie das Thema ruhig in der Nachbarschaft oder in der Hausgemeinschaft an. Viele Städte und Gemeinden verteilen Informationsblätter. Gemeinsame Kontrollen im Quartier sind wirksamer als einzelne Maßnahmen.
Fazit
Die Tigermücke lässt sich am besten mit zwei Schritten begrenzen: Brutstätten rund ums Haus entfernen und Funde melden. Für die Innenräume empfiehlt sich ein dicht schließendes Fliegengitter an allen Fenstern, die im Sommer geöffnet bleiben.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Tigermücke?
Sie zählt zu den kleineren Stechmücken. Auf die Größe allein sollten Sie sich bei der Bestimmung nicht verlassen. Aussagekräftiger sind die schwarz-weiße Zeichnung, die gebänderten Beine und der helle Strich auf dem Rücken.
Sticht die Tigermücke nur tagsüber?
Sie ist überwiegend tagaktiv und sticht oft in den Morgen- und Nachmittagsstunden. Stiche zu anderen Zeiten sind aber nicht ausgeschlossen.
Was mache ich, wenn ich eine Tigermücke gefunden habe?
Sichern Sie das Tier möglichst unversehrt, notieren Sie Fundort und Datum und senden Sie es mit dem Formular des Mückenatlas ein. Eine Information an das Gesundheitsamt kann zusätzlich sinnvoll sein.
Brauche ich bei Tigermücken ein Gitter mit besonders feiner Maschenweite?
Für Stechmücken sind handelsübliche Insektenschutzgitter ausgelegt. Wichtiger als die Maschenweite ist, dass das Gitter ohne Lücken am Rahmen anliegt. Achten Sie dazu auf die Herstellerangaben.
Hilft es, nur Regentonnen abzudecken?
Das ist ein guter Anfang. Prüfen Sie zusätzlich Untersetzer, Gießkannen, Rinnen und Vogeltränken, denn schon kleine Wassermengen reichen den Larven.
Quellen
- Achtung Tigermücke! – Umweltbundesamt
- Der Mückenatlas – Deutschland kartiert die Stechmücken – Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
- Kann ich bereits tote Mücken einsenden? – Mückenatlas
- Busch- und Tigermücke in mehreren Bundesländern aktiv – Mückenatlas bittet um Zusendungen – Friedrich-Loeffler-Institut


